Internet 22.04.2010 00:52

Datensicherheit im Netz birgt immer noch große Lücken

Jede neue Technik birgt neben Chancen auch Risiken. Mit dem Fortschreiten der Elektrifizierung unserer Kommunikation werden zunehmend private und unternehmensspezifische Informationen im Netz transportiert und verarbeitet. Folglich steigt der Schutzbedarf sowohl im privaten Haushalt als auch in der Geschäftswelt. Heute schon liegt vielerorts das eigentliche Unternehmenskapital in Form von Informationen vor. Diese Tendenz spitzt sich in den nächsten Jahren noch zu.

Daher sind Geschäftsgeheimnisse und unternehmensrelevante Daten zwingend zu schützen, um Unbefugten den unerlaubten Zugriff zu verwehren. Der Missbrauch dieser Daten kann im schlimmsten Fall die Existenz eines Unternehmens gefährden. Doch auch im privaten Umfeld kann durch das verbotene Verwenden persönlicher Daten enormer Schaden entstehen.
Grundsätzlich gilt, je normaler und alltäglicher der Umgang mit einem technischen Mediums ist, desto sorgloser ist der Umgang damit. Dies trifft heute bereits in vielen Bereichen für E-Mails zu. Sorglos verschickt jedermann die wichtige Informationen unverschlüsselt über das Netz. So hat das Internet, als Spielwiese von Hackern, eine Vielzahl von Ideen beim unerlaubten Angriff auf Firmen und Einzelpersonen hervorgebracht. Doch auch interne Manipulationen innerhalb eines Unternehmens stellen konkrete Bedrohungen dar.

Für den Unternehmer heißt es daher: interne und externe Angreifer müssen davon abgehalten werden, sensible und persönliche Daten abzuhören. Neben der Vertraulichkeit der Informationen spielt auch die Integrität eine wesentliche Rolle. Werden Geschäftsentscheidungen aufgrund falscher Daten gefällt, steht ebenfalls die Existenz eines Unternehmens auf dem Spiel.

Wer im Internet sein Geschäft präsentiert, will in erster Linie Kontakt zu seinen Kunden aufnehmen. Entsprechend fließen in beide Richtungen Informationen. Der Unternehmer bietet sein Produkt, seine Dienstleistung unter bestimmten Konditionen an, der potentielle Kunde hinterlässt im besten Fall Name, Adresse und Bankverbindung. Es werden also Daten über die Leitung geschickt und anschließend abgelegt, die für einen Dritten von Interesse sein könnten. Im Zusammenhang mit dem elektronischen Zahlungsverkehr (electronic commerce) ergibt sich die Gefahr von noch schwerwiegenderen Schäden. Im Schadensfall werden gleich viele Personen und Unternehmen betroffen. So ist auch das Hauptargument gegenüber e-Commerce der Vorbehalt gegenüber der Online-Zahlung.

Das Fehlen eines einheitlichen Standards und immer wieder auftauchende Gerüchte über Sicherheitslücken sorgen für die vorherrschende Zurückhaltung. Als Zahlungsmittel herrscht im Netz die Kreditkarte. Niemand will seine Kreditkartennummer dem anonymen Internet anvertrauen. Dabei scheinen viele Bedenken auch durch einschlägige Medienberichte etwas überspitzt. So ist eine ganze Nation besorgt, wenn es darum geht, per Kreditkarte ein Online-Geschäft abzuwickeln. Doch in einem noch so unbekannten Restaurant gibt der Einzelne seine Kreditkarte zum bargeldlosen Zahlen gerne aus der Hand.

Neben den vorsätzlichen Angriffsversuchen, sind fahrlässige Falscheingaben und Bedienungsfehler der berechtigten Anwender nicht zu unterschätzen. Durch Unwissenheit und Fahrlässigkeit ist heute der entstehende Schaden nicht unerheblich. Wer heute seine unternehmensrelevanten Daten gegenüber den angesprochenen Bedrohungen und den sich daraus ergebenden Risiken schützen will, muss zwingend eine Reihe von Maßnahmen entgegensetzen.

Die zweite e-Commerce-Bremse ist die Angst vor Schnüffelei. Geht der Bürger in Übersee eher sorglos mit seinen Daten um, sind Deutschlands Onliner eher übervorsichtig und sehr kritisch. Aufgerüttelt durch Medienberichte gilt ihre größte Sorge der Sicherheit persönlicher Daten. Zumal viele Sicherheitsmaßnahmen oftmals störend wirken und der gerade gewonnenen Bequemlichkeit entgegenwirken. Die durch das mangelnde Sicherheitsbewußtsein fehlende Akzeptanz unter den Anwendern trägt dann ihren Teil dazu bei, dass die Sicherheitsmaßnahmen ignoriert und außer Kraft gesetzt werden.

Sowohl für den privaten Anwender als auch für den im Netz tätigen Unternehmer gilt: Gehen Sie sorgsam mit den wichtigen Daten um. Vertrauen Sie im Umgang mit wichtigen Informationen nicht auf ihr Glück, ergreifen Sie konkrete Maßnahmen gegen den Datenmissbrauch. Oft macht auch im Netz die Gelegenheit erst den Dieb.

Wilfred Lindo